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Der Porsche 744

Museum der Schweizer Garde, Naters

Der Porsche 744, ein Ausstellungsobjekt der etwas anderen Art

2006 eröffnete in der ehemaligen Festung von Naters das erste und bisher einzige Museum der Schweizer Garde sein Tore. Eyecatcher der Ausstellung ist der rote Porsche 744, ein während mehreren Gardistengenerationen im Vatikan stationierter Wagen, der wie ein Wanderpokal weitergereicht und innerhalb des Korps immer wieder den Besitzer gewechselt hat. Auch der Walliser Jérôme Montani (*1979) aus Siders war zwischen 2001 und 2004 stolzer Besitzer des Wagens. Er fuhr damit regelmässig mit seinen Kameraden an den Strand im Fiumicino-Gebiet, besichtigte Florenz und Pisa und reiste damit sogar nach Spanien in die Ferien. Alles ohne Klimaanlage. Auf die Frage hin, welche Reaktionen der rote Porsche mit Vatikan-Kennzeichen auf sich zog, antwortet Jérôme Montani schmunzelnd: „Gewisse Privilegien hatte man schon. In Rom durften wir zum Beispiel ungestraft durch gesperrte Strassen fahren oder falsch parken. Am Grenzübergang zwischen Spanien und Frankreich waren die Grenzwächter allerdings völlig perplex. Junge Männer, die vorgeben, päpstliche Gardisten zu sein – sie konnten sich nichts darunter vorstellen – in einem roten Porsche mit komischem Kennzeichen… Nach eingehender Kontrolle von Wagen und Papieren durften wir dann weiterfahren.“

2004 wurde Kurator und Museumsgründer Werner Bellwald auf den Porsche aufmerksam. Im Gespräch mit Gardisten stehend, bemerkte er, wie der St. Galler Andreas Rüst mit dem Sportwagen durch das St. Anna-Tor in den Vatikan fuhr. Nach Dienstende des Gardisten kaufte Bellwald die Maschine für das Museum in Naters an! Das erste Original aus Rom! Für die Ausstellung in der Festung Naters musste der Wagen aufwendig zerlegt werden, um in Millimeterarbeit die engen Stollen und Türen der Festung zu passieren.

Heute steht der rote Porsche 744 auf dem festungseigenen Petersplatz, zwischen Bernini-Säulen und Maderno-Fassade, übersäht von unzähligen Kratzern und Beulen aus dem römischen Stadtverkehr und erzählt von Freizeitepisoden der Schweizer Gardisten. „Was wäre sonst möglich gewesen? Das Eintrittsbillet für einen Kinobesuch? Eine Badehose? Völlig unattraktive Objekte!“

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