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Saint-Gingolph

Seemuseum

Das Museum im Schloss

Das Museum wurde von der Vereinigung "Amis du musée et archives de Vieux St-Gingolph" gegründet. Nachdem 1982 im Schloss passende Räumlichkeiten für die vom Verein über Jahre zusammengetragenen Dokumente und Gegenstände der lokalen und regionalen Sachkultur zur Verfügung standen, konnte das Museum eröffnet werden.

Das auf Schweizer Seite des Dorfes liegende Schloss stammt aus dem Jahre 1588. Seit 1837 befindet es sich im Besitz der Burgerschaft; 1962 wurde es umfassend renoviert. Das als schützenswert klassifizierte Gebäude beherbergt neben dem Museum auch die Verwaltungen von Gemeinde und Burgerschaft, die Schule und einen grossen Billardsaal.

Schiffbau und Schiffsverkehr

Durch seine Lage blieb St-Gingolph lange vom Landverkehr abgeschnitten. Das Dorf war nur über den Seeweg zu erreichen. Während 200 Jahren war St-Gingolph Standort des bedeutendsten Bootsherstellers des gesamten Genferseegebiets. Die Werft wurde 1702 erstmals schriftlich erwähnt, 1902 wurde sie geschlossen.

Die Barken, die insbesondere im 18. Jahrhundert die Schifffahrt auf dem Genfersee dominierten, kamen sowohl im lokalen als auch im internationalen Handel zum Einsatz. Auf den Booten wurden Waren bis hinunter nach Genf verfrachtet. Im Jahr 1826 befuhr das erste Dampfschiff den Genfersee und markierte somit das Ende der Zeit der Barken. Heute können diese massstabsgetreu nachgebaut im Museum betrachtet werden. An den Gestaden des Genfersees gebaut, räumt das Ortsmuseum den lokalen Gegebenheiten, dem Bootsbau, der Schifffahrt und der Seenavigation einen besonderen Platz ein.

Im Jahr 1995 wurde mit der Renovierung des Dachstuhls ein zusätzlicher Ausstellungsraum gewonnen. Hier sind heute 34 nach Vorlagen alter Kupferstiche gefertigte Modelle von Ladebarken zu sehen. Neben einem Nachen lokaler Machart wird auch eine sogenannte Brigantine gezeigt. Dank der Einführung dieses Briggsegels konnte sowohl die Stabilität als auch die Lastenkapazität der Boote erhöht werden. Ein Rückblick auf die Geschichte der Handelsschifffahrt auf dem Genfersee vom 16. bis zum 20. Jahrhundert und eine Diaschau runden die Ausstellung ab.

In einem weiteren Raum des Museums werden die Anfänge der touristischen Schifffahrt auf dem Genferse nachgezeichnet. Zur Zeit, als es an den Uferpromenaden noch keine fest installierten Schiffsstege gab und die ersten Dampfschiffe zudem ohne Ausladebücke verkehrten, mussten die Passagiere über eine Art Floss an Bord bzw. an den Kai zu gelangen suchen.

Kastanienkultur

Um dem Publikum einen möglichst breiten Einblick in die Vielfalt der lokalen Kultur zu bieten, wird die Dauerausstellung immer wieder durch Sonderausstellungen ergänzt. Themen wie die Kastanienernte, die Holznutzung, die Kunstperlen und die touristische Schifffahrt gehören zum festen Stock des Museums. st-Gingolph besitzt einen der bedeutendsten Kastanienwälder Europas.

"La perle du lac"

Verschiedene Objekte der traditionellen Sachkultur verweisen auf fast vergessene Tätigkeiten und Transportformen des ländlichen Lebens. Schon beinahe Kuriositätencharakter kommt einer Vitrine mit fein gearbeiteten Perlen zu. Diese aus den Schuppen von Weissfischen hergestellten Kunstperlen entstammen einer in den 20er jahren in St-Gingolph gegründeten Werkstatt. Als "perle du lac" war sie einst weit über die Region hinaus bekannt und begehrt.

Praktische Informationen

Seemuseum
Postfach 62
1898 St-Gingolph

www.museedestraditions.com

Kontakt
Verkehrsbüro
1898 St-Gingolph
Tel. 024 481 84 31

Leitung
Marie-Jeanne Burnet
L'Orée des Bois
1898 St-Gingolph

 

 

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